Gründung und Chronik

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchenrohrbach – Geschichte, Entwicklung und Meilensteine

Die Anfänge der freiwilligen Feuerwehren in Deutschland

Der große Brand von Hamburg im Jahr 1842 markierte einen Wendepunkt im deutschen Brandschutzwesen. Das verheerende Feuer, das innerhalb weniger Tage weite Teile der Stadt zerstörte, führte erstmals vor Augen, dass nur gemeinschaftlicher Einsatz, geübte Abläufe und verfügbare Ausrüstung die Bevölkerung wirksam schützen können. Der Baumeister Christian Hengst aus Durlach ergriff daraufhin die Initiative und organisierte regelmäßige Löschübungen – ein Modell, das sich rasch verbreitete und die Grundlage der heutigen Freiwilligen Feuerwehren bildete.

Gründung der Feuerwehr Kirchenrohrbach (1898–1900)

Im Jahr 1898 gründete auch Kirchenrohrbach seine eigene Freiwillige Feuerwehr. Sie entstand in einer Zeit, in der viele kleinere Gemeinden noch keine organisierte Löschmannschaft hatten. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Michael Loy, Wolfgang Hecht, Georg Eckmann, Michl Irrgang und Josef Zimmerer.

 

Frühe Infrastruktur und Entwicklung

Das erste Feuerwehrhaus befand sich dort, wo heute das Leichenhaus steht. Im Laufe der Jahre folgten mehrere Standortwechsel.

Bereits in den Anfangsjahren beteiligte sich die Wehr an kirchlichen und gesellschaftlichen Ereignissen und baute ihre Ausrüstung kontinuierlich aus.

 

Die Feuerwehr im Dritten Reich (1933–1945)

Während dieser Zeit wurden viele Vereine verboten, jedoch nicht die Freiwilligen Feuerwehren. Sie wurden jedoch streng reglementiert und organisatorisch gleichgeschaltet. Trotz politischer Zwänge erfüllte die Feuerwehr wichtige Aufgaben während Bombenangriffen und Brandeinsätzen.

 

Neubeginn nach 1945

Schon wenige Monate nach dem Krieg nahmen die Feuerwehren ihren Übungsbetrieb wieder auf. Die Löschgeräte wurden damals noch von Brauereipferden gezogen.

Wer brachte bis nach dem Krieg die "Löschmaschine" zu den Brandplätzen?

Das warennatürlich die Bräu-Rösser, die von den Bräu-Knechten immer gut herausgefüttert und herausgeputzt wurden. "Als ob es die Pferde gespürt hätten", erzählt 1998 ein 87-jähriger Zeitzeuge, "dass es um jede Minute geht, scharrten sie voll Unruhe beim Einspannen an den Spritzenwagen mit den Hufen, warteten nur auf das "Hü" und galoppierten dann ab. Kein Wunder, dass die Kirchenrohrbacher Wehr damals beim Brand auf dem Kotzhof die ersten beim Löschen waren.

In den folgenden Jahrzehnten modernisierte sich die Feuerwehr kontinuierlich, unter anderem mit der Motorspritze TS 8 (1962) und dem ersten Feuerwehrauto (1965).

 

Weiterentwicklung und Höhepunkte (1981–1990)

Die 1980er Jahre waren geprägt von Modernisierung, neuen Führungsstrukturen und steigender Leistungsfähigkeit.

Das 90-jährige Gründungsfest 1987 war ein Höhepunkt.

 

Einsätze und Entwicklungen der 1990er Jahre

Das Hochwasser 1993

1993 war ein entscheidendes Jahr. Ein schweres Hochwasser überflutete Teile von Walderbach. Die Feuerwehr Kirchenrohrbach spielte eine zentrale Rolle beim Auspumpen der Keller, dem Schutz der Wohnungen und der Schadensbegrenzung.

Weitere Einsätze der 1990er

1995 brannte ein Wohnhaus im Zenzinger Weg nieder – die Feuerwehr rettete die Bewohner.

1997 kam es zu einem weiteren Brandeinsatz in Reichenbach.

 

Gründung der Jugendfeuerwehr (1996)

Die Gründung der Jugendfeuerwehr sicherte den Nachwuchs der aktiven Wehr. Diese Gruppe erhielt einen eigenen Etat und stärkte die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr.

 

Modernisierung und Führungswechsel

Der Umbau des Feuerwehrheims 1993 erfolgte größtenteils in Eigenleistung.

1997 endete die 16-jährige Amtszeit von Kommandant Eduard Heuschneider.

 

1998 – 100-jähriges Jubiläum

Zum Ende des beschriebenen Zeitraums zählte die Feuerwehr Kirchenrohrbach 208 Mitglieder – ein eindrucksvoller Beleg für ihren hohen Stellenwert im Dorfleben. Mit moderner Ausrüstung, einer aktiven Jugend, hohem Ausbildungsniveau und starker Gemeinschaft war die Wehr bestens für die Zukunft aufgestellt.

 

 

 

Die Chronik bezieht sich auf die Festschriften der FF Kirchenrohrbach die durch Herrn Koller und Herrn Marquard 1987 und 1998 zusammengestellt wurden.